Vör jeden watt,

Sprüche in „Hoch“ und „Platt“

 

oder

 

Sprüche in „Hochdütsch,“ und „Heidjerplatt“

ton Nahdenken und Höögen watt.

 

 

 

C. Fr. Bautsch

 

 

Hett sick so ergäben,

Sprüche ut'n Läben.

Ick heff dat mal versocht,

und de to Papier brocht.

 

 

 

 

 

Sprüche....

 

Sprüche in en Book to schrieben, Sprüche de man bruuken kann,  wenn man mal wat vördrigt, eene Begrüßung makt oder eene Anspraak holt. Passt ok vör een Gästebook  oder een Poesiealbum.

Staht hier in mit „mik“ und „dik,“ könnt aber ok mit „mi“ und „di“ bruukt warn. Jüst so as wie dat in de Gegend paßt.. Vör all de, de Keen Platt mehr könnt,  staht de Sprüchewenn ok mannigmal bet’n anners, in „Hochdütsch“ öwersett door ünner. Eenige Sprüche sind Sinnvull de annern man ganz eenfach.

 

Gr. Hesebeck September  2001

 

 

Egal ob Glück oder Pech,

en bet’n mehr Vertroon,

för dat Können giwt nur eenen Wech,

man mutt doorvör wat doon.

 

Egal ob Glück oder Freud,

man darf nie rasten und ruh’n,

fürs Können giebt es nur einen Weg zur Zeit,

man muß dafür was tun.

 

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Mußt ruhig blieben,

nich hasten und jagen,

lat dik nich drieben,

dat sleiht bloß up’n Magen,

 

Mußt ruhig bleiben,

nicht hasten und jagen,

laß dich nicht treiben,

das schägt nur auf den Magen.

 

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Gah ümmer de Sünn entgegen,

denn hett man dan Schatten achter sik,

dat Wichtigste aber im Läben,

is ümmer bloß de Ogenblick.

 

Geh nur der Sonn entgegen,

dann bleibt der Schatten hinter dir zurück,

das Wichtigste im Leben,

ist immer nur der Augenblick

 

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Wenn mal schlecht snackt ward öwer eenen,

lat em schludern und vertellen,

du hest je twee Ohren, will ick meenen,

mußt eenfach up Döörchzug stellen.

 

Wird mal schecht gesprochen über einen,

lass ihn nur schludern und walten,

du hast ja zwei Ohren will ich meinen,

mußt einfach auf Durchzug schalten.

 

Giwt Licht und Schatten up de Welt,

doch det Läbens Sünnenschien,

is nich Riektum und nich Geld,

is Arbeit und fröhlich sien

 

Gibt Licht und Schatten in der Welt,

doch des Lebens Sonnenschein,

ist nicht Reichtum und nicht Geld,

ist Arbeit und Fröhlich sein.

 

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Segg bloß, wat is woohr,

watt du köffst, betal in boor,

und vör allen Dingen,

wat nich dien is, dat lat liggen.

 

Sag nur,was ist wahr,

was du kaufst, bezahl in bar,

mußt alles abwiegen,

was nicht dein ist, das laß liegen.

 

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Hest du Arger, hest du Wut,

hefft se dik in Wallung brocht,

denn gah to Bett und schlaap dik ut,

hest dat all mal versocht?

 

Hast du Ärger, hast du Wut zu Haus,

haben sie dich in Wallung gebracht,

dan geh zu Bett und schlaf dich aus,

hast du daran mal gedacht?


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Giff dik man Keen Möh

dat mußt du begriepen,

kann'st höö'n keene Fleuh,

keen Houhn an' Schwanz rümrietn.

 

Gib dir man keine Mühe,

das mußt du doch begreifen,

kannst hüten keine Flöhe in der Frühe,

kein Huhn am Schwanz rumreißen.

 

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An Krankheiten sind oft schuld,

Stress und Arger und de Ungeduld,

ruhig blieben und  fröhlich sien,

is doorvör 'ne goode Medizin.

 

An Krankheiten sind oft schuld‘

Stress Ärger und die Ungeduld,

ruhig bleiben, und fröhlich sein,

nimm als Medizin du ein.

 

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Et  kann gewiß een jeder Mann,.

wer schall em dat verwehren,

in sien Böx maken wat he kann,

bruukt sick üm ix to scheeren.

 

Es kann gewiß ein jeder Mann,

wer soll ihm das verwehren,

in seiner Hose machen was er kann,

braucht sich um nichts zu scheren.

 

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Wer öwer andere meckert und kritisiert,

dan nehm ick dat nich übel,

weil he sik sülmst blamiert,

stellt man em mal vör'n Spiegel.

 

Wer über andere meckert und kritisiert,

dem nehm ich das nicht übel,

weil er sich selbst blamiert,

stellt man ihn vor dem Spiegel.

 

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Man weet nur, wat man kann,

wenn man wat beginnt,

drum fang mal ruhig etwas an,

nur wer waagt, gewinnt.

 

Man weiß nur was man kann,

wenn man was beginnt,

drum fang ruhig mal was an,

nur wer etwas wagt, gewinnt

 

 

Wullt gesund du blieben,

wenn alles geiht mal quer,

lat dik ruhig drieben

und denk an gornix mehr.

 

Willst gesund du bleiben,

wenn alles geht mal quer,

laß dich ruhig treiben

und denk an garnichts mehr

 

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Alle Urspung kummt ut Gottes Hand,

ook du o Minsch, drum segg em Dank.

 

Aller Ursprung kommt aus Gottes Hand,

auch du o Mensch, drum sag ihm Dank

 

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Nutz ut dien Tied,

und hol dik perat,

de Ewigkeit is nich mehr wied,

denn bald st‘ doch to laat.

 

Nutz aus die Zeit,

so gut es geht,

die Ewigkeit ist nicht mehr weit,

den bald ist es zu spät.

 

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Dat Läben is oft een schwoore Last,

man bruukt een Ziel in Läben,

Freude, Geduld, Ruhe, keene Hast,

jümmer bloß na vörn hen sträben.

 

Das Leben ist oft eine schwere Last,

man braucht ein Ziel im Leben,

Freude, Geduld, Ruhe und keine Hast,

man muß nach vorn hin streben.+

 

 

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Verlang du nich,  dat alles geiht,

wat man sik wünscht mal eben,

een bet' mehr Tofreedenheit,

denn lett sik beeder läben.

 

Verlang du nicht, da alles geht zur Zeit,

was man sich wünscht mal eben,

ein wenig mehr Zufriedengheit,

dann läßt’sichs besser leben.

 

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Klappt manches mal nich so,

legg dik beruhigt schlaapen,

een Döör is nu eerst to

und dusend sind noch aapen.

 

Nimmt manches dir mal die Ruh,

du mußt nur immer hoffen,

eine Tür ist nun erst zu

und tausend sind noch offen.

 

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Do nich ümmer snacken

und bloß fragen,

du mußt ook mal topacken

und mußt ook mal wat wagen.

 

Nicht immer sabbeln und reden,

und nur immer fragen,

du mußt dich mal bewegen,

mußt auch mal was wagen.

 

 

Arbeit und fröhlich sien,

is  'ne goode Medizin,

Woohrheit und Licht,

bringt Tooversicht.

 

Arbeit und fröhlich sein,

nimm als Medizin du ein,

Wahrheit und Licht,

bringt dir Zuversicht

 

 

 

Door kannst dik nich wehr'n,

nix up de Welt is ewig,

sülmst een hübsche junge Deern,

ward, wenn se old is, eenmal schäbig.

 

Kann‘ dich nicht wehren, das bringt die Zeit,

nichts auf der Welt ist ewig,

selbst ein hübsches junges Weib,

wird wenn sie alt ist, einmal schäbig.

 

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Wenn dien Schiff in Unwäder,

tosend mit de Wellen ringt.

griep du na dan letzten Spläder,

de de Wellen dik noch bringt.

 

Wenn ein Schiff im Ungewitter,

tosend durch die Wellen ringt,

greife nach den letzten Splitter,

den die Welle dir noch bringt.

 

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Perr'st du mal in Koohschiet rin,

denn hest de Nääs to hoch dragen,

doröber sik argern hett keen Sinn,

dat sleiht bloß up'n Magen.

 

Tritt’s mal in Kuhfladen ein,

hast die Nase zu hoch getragen

sich Ärgern bringt nichts ein,

schlägt nur auf den Magen.

 

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Stell nich nich jümmer dik de Fraag',

wied' wiedergahn schall morgen,

een jeder Mann hett siene Plaag',

een jeder siene Sorgen

 

Stell dir nicht immer die Frage,

wie es weitergehen soll morgen,

ein jeder Mann hat seine Plage,

ein jeder seine Sorgen.

 

 

Schaff dik een wenig Freud',

und jümmer gooden Moot,

nur dat is wat hölpen deiht,

denn ward de Tokunft good.

 

Schaff dir ein wenig Freud,

hab‘ immer frohen Mut,

alles braucht seine Zeit,

es wird schon wieder gut.

 

 

Maak von de Angst dik free,

bliew bi de Wohrheit du,

gestalt bewußt dat Läben nee,

denn find'st du Glück und Ruh.

 

Mach von der Angst dich frei,

bleib bei der Wahrheit du,

gestalt bewußt das Leben neu,

dann find’st du Glück und Ruh‘.

 

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Bewohr as Schatz wenn't geiht,

lopp't manches ok mal scheef,

de Hofffnung und Tofreedenheit,

'nen fasten Globen und de Leew.

 

Bewahr als Schatz jederzeit,

in diesem Weltgetriebe,

die Hoffnung und Zufriedenheit,

einen festen Glauben und die Liebe-

 

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Heff een Wort mal vör andere,

de sik sorgt und quält,

dat is wat hölpt

und manchmal so fehlt.

 

Hab‘ ein Wort mal für den anderen,

der sich sorgt und quält,

das ist was hilft

und manchmal so fehlt.

 

 

Hest du Arger, hest du Sorgen,

geiht mal wat verkehrt,

Hauptsak, du bist klöker worden

und hest dorbi wat lehrt.

 

Hast du Ärger und Sorgen,

geht mal was verkehrt,

Hauptsache du bist klüger geworden,

auch das ist schon was Wert.

 

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Een Minsch is fuul,

de andere fix und drall,

wat dan' eenen sien Uhl,

is dan' andern sien Nachtigall.

 

Ein Mensch ist faul,

der andere flink und drall,

was dem einen seine Uhl‘,

ist dem anderen seine Nachtigall.

 

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Lach und freut dik in uns schöne Welt,

gönn't Ruhe jük to'n Erhaalen,

doorvör bruuk'st du keen Geld,

bruuk'st keen Stüür'n vör betaalen.

 

Lach und freu‘ dich in der schönen Welt,

erfüll‘ in Ruhe deine Pflichten,

dafür brauchst du kein Geld,

keine Steuern zu entrichten

 

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Hest' to'n Melken keene Lust,

schaff eenen Bull dik an,

weil du dan' bloß fuddern mußt,

man em nich melken kann.

 

Hast du zum Melken keine Lust,

schaff einen Bullen an,

weil du den bloß füttern mußt,

man ihn nicht melken kann.

 

 

 

Tofreedenheit und nee'en Moot,

dat deiht uns allen good,

vergetten de Sorgen,

de Herrgott giff uns siene Rouh

und ook Gesundheit doorto

hüt nacht und ook morgen.

 

Zufriedenheit und neuen Mut,

das tut uns allen gut,

vergessen die Sorgen,

der Herrgott gib uns seine Ruh‘

und auch Gesundheit dazu,

heut nacht und auch morgen.

 

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Wer keen Spaß mehr versteiht,

keen Sinn hett vör Humor,

sik öwer alles argern deiht,

de hett dat im Läben schwor.

 

Wer keine Spaß versteht mehr,

für Humor hat keinen Sinn,

der hat es im Leben schwer,

lebt traurig vor sich hin

 

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Sick freu'n und ruhig blieben,

is enn wohret Glück,

deiht keen Arzt verschrieben,

kann man nich kööpen sik

 

Sich freuen und ruhig bleiben,

fröhlich und mutig vorwärts streben,

kann kein Arzt verschreiben,

ist der rechte Weg im Leben.-

 

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Gönn di mal 'ne stille Stund,

keen Tied, to strieden und to zanken,

to jagen  hest du oft keen Grund,

doorför veel Tied, üm mal to danken.

 

Gönn‘ dir mal eine stille Stund‘,

keine Zeit, zu streiten und zu zanken,

zu jagen hast du oft keinen Grund,

dafür viel Zeit um mal zu danken

 

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Eenen Rat kann ik gäben,

nimm keen Ehrenamt du an,

deihs't ruhig und gesünder läben,

lat doch mal de andern ran.

 

Eine Rat kann ich noch geben,

nimm kein Ehrenamt du an,

kann’st viel ruhiger leben,

laß doch mal die anderen ran.

 

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Gesundheit und Seegen,

dat is der allerhöchste Wert,

de Herr mach em uns gäben,

solang man läwt up düsse Eerd‘.

 

Gesundheit wünscht man sich und Segen,

das ist der allerhöchste Wert,

der Herr mag es  uns geben,

solang man lebt auf dieser Erd‘.

 

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Wull't du ruhig läben,

mit dien Kinner, mit dien Froo,

lat dik keen Ehrenamt gäben,

door hört veel Tied doorto.

 

Willst du gesund du leben,

mit der Familie, in Ruh‘,

laß dir kein Ehrenamt geben,

da gehört viel Zeit dazu..

 

 

 

Vör dien Angst kann'st nich wechloopen,

se maakt krank, und loppt een achteran,

nimm all dien Mout tohoopen

und gah door ruhig gegen an.

 

Vor deiner Angst kannst nich wegrennen,

sie macht nur krank, läuft dir hinterran,

ich kann nur einen Weg erkennen;

geh mutig dagegen an.

 

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Een bet'n mehr  Wohrheit,

eenanner vertroon,

dat bringt mehr Kloorheit,

man mutt door wat doon.

 

Ein wenig mehr Wahrheit,

einander vertrau‘n

das bringt meht Klarheit,

daruf muß man bau’n..

 

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Een bet'n mehr Freeden

und weniger Stried,

denn et' sick läben,

dat makt eenen riek.

 

Ein wenig mehr Frieden

und weniger Streit,

das muß man üben,

zu jeder Zeit

 

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Bist hüt noch fröhlich und gesund,

de Welt steiht dik noch aapen,

doch plötzlich kummt dien Stund,

denn kann'st du nix mehr maaken.

 

Bist heute noch fröhlich und gesund,

die Welt steht dir noch offen,

doch plötzlich kommt die Stund,

da kannst du nur noch hoffen.

 

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Heff Sünn in Harten,

und bliew gesund,

nich jammern und qarken,

doorto hest‘ keenen  Grund.

 

Hab Sonne im Herzen

und bleib gesund,

nich jammern , meckern noch scherzen,

dazu hast du keinen Grund.

 

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Söök  nich, dat is doch kloor,

dat Glück in de wieden Welt,

schaff et dik doch door,

wo Gott dik henstellt.

 

Such nicht am fremden Ort,

das Glück in der weiten Welt,

schaff es dir dort,

wo Gott dich hinstell

 

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Bild dik nix in,

nutz ut de Tied

schlau musst du sein,

klook sind doch all Lüüd.

 

Bild‘ dir nichts ein,

nutz aus die Zeit

Schlau muß man sein

klug sind doch alle Leut.

 

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Vertroo du up de Steern,

wenn dik mal keen Sünn mehr lacht,

man kann  ok wat mal leern,

wenn ännert sik de Nacht,

 

Vertrau du mal den Sternen,

wenn dir mal keine Sonn‘ mehr lacht,

man kann auch mal was lernen,

wenn wandelt sich die Nacht.

 

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Wenn man sik sülmst kitzeln deiht,

kann man lachen wann man will,

wenn man up'n Wech nich wieder geiht,

denn steiht man eben still.

 

Wenn man sich selbst kitzeln tät,

kann man lachen wann man will,

wenn man auf dem Weg nicht weiter geht,

steht man eben still.

 

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Hol nich för Fröhjohrswind,

wenn de Sturm dat Brusen kriggt,

wäs nich glieks vör alles blind,

hol dat Irrlicht nich för Licht.

 

Halt nicht für Frühjahrswind,

wenn der Sturm mal die Bäume bricht,

sei nicht für alles blind,

halt nicht das Irrlicht, gar für Licht.

 

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Pack de Arbeit an ganz fröh,

hoff upp uns Gott sien  Macht,

denn na all det Dages Möh,

bringt Freude dik‚ de Nacht.

 

Pack an die Arbeit ganz früh,

hoff auf des Gottes Macht,

nach all der Tages Müh,

bringt Freude dir die Nacht.

 

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Danz nich dörcht eernste Läben,

gah‘ mit ruhig fasten Schritt,

nutz ut na all dien Streeben,

so good du kannst, dan‘ Oogenblick.

 

Tanze nicht durchs ernste Leben,

geh mit ruhig festem Schritt,

nutz aus bei all deinem Streben,

so gut du kannst den Augenblick.

 

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Wenn det Freundes Hart hett laagen,

een Freund siene Treue brickt,

do nich glieks verzagen,

is de Saak ok ganz verzwickt.

 

Wenn dein Freund hat mal gelogen,

ein anderer mal seine Treue bricht,

bleib du ausgewogen,

das gibt dir wieder Zuversicht.-

 

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Süsst dan Sturm heran du kommen,

nimm dan Hafen woll in Acht,

bliw du ruhig und besonnen,

Gott beholt doch sien Macht.

 

Sieh‘st den Sturm, heran du kommen,

nimm den Hafen wohl in Acht

bleib ruhig und besonnen,

Gott behält doch seine Macht.

 

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Schäm dik nich der Traanen

wenn dik mal to’n weenen is,

denn de Daag ward kaamen,

de Freude bringt, dat is gewiß.

 

Schäm dich nicht der Tränen,

wenn dir mal zum weinen ist,

denn der Tag wird kommen,

der dir Freude bringt das ist gewiß.

 

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So is nu mal dat Läben,

dorto is man gebor’n

man mut na vörn hen streeben,

wer uppgiwt, is verlo’rn.

 

So ist nun mal das Leben,

dazu bist du geboren,

man muss vorrwärts streeben,

wer aufgiebt, ist verloren.

 

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Heff keen Angst und Bang,

mak dik nich ümmer Sorgen,

pack de Saak glieks ruhig an,

verschuuw du nix up morgen.

 

Hab keine Angst und Bang‘.

mach dir nicht immer Sorgen,

pack die Sache ruhig an,

verschiebe nichts auf morgen.

 

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Du läwst bloß eenmal up de Erd,

een jeder Dag kummt nee’t

veel grübeln is de Saak nich Wert.

„bliew ruhig,“ weest bescheed?

 

Du lebst nur einmal auf der Erd,

ein jeder Tag hat seine neue Zeit,

viel grübeln ist ja doch nichs Wert,

bleibe ruhig, weißt bescheid!

 

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Düster mag de Nacht upptrecken,

een Stern am Himmel steiht,

sien Licht ward dik uppwecken,

und wiesen, dat alles wiedergeiht.

 

Dunkel mag die Nacht die Erd bedecken,

wenn dann ein Stern am Himmel steht,

wird sein Licht dich erwcken

und weisen, das alles wietergeht.

 

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Treck nich ewig in de Fern,‘

in de Welt mit suuss und bruuss,

denn det Glückes reinste Stern,

lücht doch ok in Vaderhuus.

 

Zieh nicht ewig in die Ferne,

in die Welt mit saus und braus,

denn des  Glückes reinste Sterne,

leuchten dir im Vaterhaus.

 

 

Wat dien Been nich böört,

kann dien Buckel nich drägen,

wat dik sülmst nich gehört,

kannst enen andern nich gäben.

 

Was deine Beine nicht tragen,

kann dein Buckel nicht heben,

was du selbst nicht wirst haben,

kannst einen anderen nicht geben.

 

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Hesst poor Schnaps du drunken bloss,

denn lat dien Auto man stahn,

süss bist dien Lappen los,

musst to Food na Huus hen gahn.

 

Hast paar Schnaps du getrunken,

lass  dein Auto nur stehn,

bist den Führerschein du los,

must zu Fuß du gehen.

 

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Driew  an Morgen dien Geschäfte.

Meddags drink een Glas vull Wien,

fier am Abend, aber nee’e Kräfte,

sammel nachts dik wedder in.

 

Treib am Morgen deine Geschäfte.

Mittags trinke deinen Wein

Feier am Abend,-- neue Kräfte,

sammel nachts dir wieder ein.

 

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Snack wenig, aber wohr,

wat du koffst betal in boor,

fürchte Gott und vör allen Dingen,

wat nich dien is, dat lat liggen.

 

Rede wenig, aber wahr,

was du kaufst, bezahl in bar,

fürchte Gott, und sei verschwiegen,

was nicht dein ist, lasse liegen.

 

Dat Läben is eene Last oft hüt,

man brukt een Ziel in Läben,

Freude,Geduld und ok mal Tied,

man mutt na vörn hen sträben.

 

Das Leben ist eine Last oft heut,

man braucht ein Ziel im Leben,

Freude, Geduld und auch mal Zeit,

man muß nach vorn hin streben.

 

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Egal ob Glück  ob Pech,

mußt mehr up dik sülmst vetroon,

för dat Können giwt bloß eenen Wech,

man mut doorvör wat doon.

 

Bau zum andeen Ufer einen Steeg,

mußt niemals rasten und ruhn,

für das Können gibt es nur einen Weg,

man muß dafür was tun.

 

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So is nu mal dat Läben,

keen een, weet wie dat mal end,

kann’st noch soveel streeben,

de Tied, se röönnt und rönnt.

 

So ist nun mal das Leben,

keiner weiß wie es mal end‘

kannst noch soviel streben,

die Zeit die rennt und rennt.

 

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Bist hüt noch fröhlich und gesund,

de Welt steiht dik noch aapen,

doch plötzlich kummt dien Stund‘,

door kann’st du nix an maaken.

 

Bist heut noch fröhlich und gesund,

die Welt steht dir offen steht,

doch plötzlich kommt die Stund,

da ist alles  dann zu spät.

 

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Hesst du Kummer, hesst do Sorgen,

kumm rin und snak dik ut,

verschuuw du nix up morgen,

aber wenn du rut geihst, hol de Schnut!

 

Hast du Kummer oder Sorgen,

komm herrein und sprich mit mir,

verschiebe nichts auf morgen,

vergiß den Kummer, nur das rat ich dir

 

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Wult du wiederkommen in Läben,

musst na vörn hen streeben,

wullt du Knecht warn, musst dik böögen,

wullt du mehr, denn musst dik rögen.

 

Willst du weiterkommen im Leben,

musst nach vorn hin streben,

willst du Knecht werden, musst du dienen,

willst du mehr, reiß dich am Riemen.-

 

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Wie arm is doch de Minsch dran,

de nich eenmal vergeeben kann,

argert sik sülmst dat is doch kloor,

wat makt sik de dat Läben schwor.

 

Wie arm ist doch der Mensch dran,

der micht einmal vergeben kann,

ärgert sich oft  hinterher,

macht sich selbst das Leben schwer.

 

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Bild‘ dik nix in,

wäs fliedig und drall,

schlau musst du sien,

klook sind doch de annern all‘.

 

Bilde dir nichts ein,

sei fleissig injedem Falle,

schlau musst du sein,

klug sind doch alle.-

 

 

Wohre Freundschaft, de mutt sien,

up uns so arme Eerd‘,

falsche Freunde bring‘t nix in,

sind keenen Pennig wert.

 

Wahre Freundschaft, de muß sein,

auf unserer armen Erd‘,

falsche Freunde bingen nichts ein,

sind keinen Pfennig wert.

 

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Jedet Ding hett twee Sieden,

seggt de Fuule gliek,

und ganz gediegen,

he leggt sik up de anner Siet

 

Jedes Ding hat zwei Seiten,

sagt der Faule laut,

sagt er gleich beizeiten

und legt sich auf die faule Haut

 

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Und süht dat ut, ok mal ganz schlecht,

geiht mal watt doorneben,

dat loppt sick alles wedder t‘recht,

so is nu mal dat Läben

 

Und sieht es aus auch mal ganz schlecht

Läuft manches mal daneben,

es läuft sich alles wieder zurecht,

so ist nun mal das Leben

 

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Nicht hasten und jagen,

nich blos ümmer rönnen, ,

dat slieht blos up’n Magen,

Mann mut ok Ruhe sick gönnen

 

Nicht bloß hasten und Jagen,

nicht bloß immer rennen,

das geht auf den Magen,

man muß auch Ruhe sich gönnen

 

 

Dat Läben is oft schwor,

mal trurig, mal schön,

möch alles weeten is doch kloor,

doch de Weißheit liggt bi Gott alleen.

 

Das Leben  ist oft gar schwer,

was sein muß, das muß sein,

wissen möchte ich gern mehr,

die Weißheit liegt bei Gott allein.

 

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De Klooke, so deiht dat heeten,

giwt nah, dat is gewiss,

bloß nich toveel, dat mußt weeten,

weil du süss sülmst de Dumme bist.

 

Der Kluge gibt nach,“ ihr beiden!

Es ein altes Sprichwort ist,

doch darf man es nich übertreiben,

man selbst sonst der Dumme ist.

 

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Erinerung is een Droom,

ut längs vergahne Tied,

dan Ogenblick mußt du wat doon,

de Tokunft is noch wied.

 

Erinnerung ist ein Traum,

an längst vergangene Zeit,

den Augenblick mußt du vertraun,

die Zukunft ist noch weit

 

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Lat uns Brücken boon

Nich bloß in Wöör und Gedanken

Und up de Tokunft fast vertron

Brücken sind beeder as Schranken

 

Lasst uns Brücken bauen

Nicht nur in Worten und Gedanken,

fest auf die Zukunft vertauen,

Brücken sind besser als Schranken

 

 

Schaff Freude dik, to jeder Tied,

mußt mehr up dik sülmst vertroon,

oder glööwst du, andere Lüüd ,

ward vör dik dat doon?

 

Freude mußt du selbst dir schaffen,

du ganz allein, zu jeder Zeit ,

oder glaubst du es würden andere machen,

und wären für dich dazu bereit?

 

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Huussprüche

 

Wenn dütt Huus steiht,

bet aller Arger, Neid und Hass vergeiht,

denn bliwt dat noch solang stahn,

bet de Welt ward ünnergahn.

 

Wenn dies Haus steht,

bis alller Hass und Neid vergeht,

dann bleibt es noch solang stehn,

bis die Welt wird untergehn.

 

Gott schütz düt Huus vör Not  und Füür,

Bürokratie, Gewalt und Stüür.

 

Gott schütz dies Haus vor Not und Feuer,

Bürokratie, Gewalt und Steuer.

 

Fix topacken und tofaten,

sik nich up andere Lüüd verlaten,

 

Fix zupacken und anfassen

Sich nicht auf andere Leute verlassen.

 

Wees fliedig und nich to fuul

betal dien Stüürn und hol dien Muul.

 

Sei fleissig und nicht faul,

zahl Steuern und halt dein Maul.

 

Kumm rin und snack di ut,

gah rut und hol dien Schnut

 

 

Komm rein und red über alles mit mir,

geh raus, und schweig, das rat ich dir.

 

Nich up andere Lüüd sik verlaten,

sülmst anfaaten.

 

Nicht auf andere Leut sich verlassen,

selbst handeln und anfassen.

 

Nich snacken, ok mal toopacken,

 

Nicht reden, selbst ein Beispiel geben.

 

Nich jammern und klagen, mal wat wagen,

 

Nicht jammern und klagen, selbst was wagen.

 

Herr schütz mik und de hier wahnt

Vör Behördenund Minschen de bloß plaant

 

Herr, schütz alle die hier hausen,

vor Planer und Kulturbanausen.

 

 

 

 

 

Buurnvers

 

Stets Up Gott vertroon,

und up de Tokunft boon,

wat kummt jümmer fast anfaaten,

sik nich up andere Lüüd verlaten,

utgäben nich mehr as wat man kann,

ümmer sick kieken de Tieden an,

na vörn hen utrichten sik,

utnutzen stets dan Ogenblick,

nich jammern, sik nich jeniern,

düchtig mal een Fest to fiern,

und fallt dat ok noch so schwoor,

rechtschaffen blieben, free und wohr,

verbunden blieben mit de Natur,

dat is dat Beste vörn echten Buur.

 

 

 

 

 

De rechte Mann

 

Wer Wohrheit mag, nich ümmer lücht,

sien Freund und Kumpel nich bedrücht,

wer keenen Lump de Stäbel putzt,

nich dat eeegene Neest beschmutzt,

wer fast to siener Heimat steiht,

egal woher de Wind ok weiht,

wer keene schwore Arbeit scheut,

fiern kann, sik ok mal freut,

free sien Meenung to seggen wagt,

nich bloß jammert und bloss klagt,

wen’t ween mut, ok mal schwiegen kann,

de is för uns de rechte Mann.

 

 

Der rechte Mann

 

Wer Wahrheit mag, nicht immer lügt,

den Freund und Kumpel nicht betrügt,

wer keinem Lump die Stiefel putzt,

nicht das eigene Nest beschmutzt,

wer fest zu seiner Heimat steht,

egal woher der Wind auch weht,

wer keine schwere Arbeit scheut,

feiern kann, sich auch mal freut,

frei gleich seine Meinung sagt,

nicht immer jammert nur und klagt,

wenn nötig auch mal schweigen kann,

der ist für uns der rechte Mann.

                                                                                C. Fr. Bautsch ©

 

 

 

Bring’ door wo du bist,

Licht und  Freud’ in düsse Welt,

denn door  wo Freude is,

ist nich düster, und dat tellt.

 

Bing’ da wo du bist,

Licht und Freude in die Welt hinein,

denn da wo Freude ist,

wird es nicht dunkel sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wetterregeln in plattdeutsche Reime gesetzt

 

 

Kreiht up'n Meß de Hahn, dat is gewiß,

ändert sick dat Wäder, oder  bliwt wie dat is.

 

Kräht der Hahn auf dem Mist,

so ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist

 

Treckt düstere Wulken hoch an Häben,

denn giwt dat bald Rägen gäben.

 

Ziehen dunkle Wolken dir entgegen,

wir es bald Regen geben.

 

Wenn't Silvester stürmt und weiht,

dat nee'e Johr vör de Döör denn steiht.

 

Wenn es Silvester stürmt und schneit,

ist das neue Jahr nicht mehr weit

 

Een ole Wäderregel seggt,

dat Wäder ward, und dat is wohr,

wie in de heiligen 12 Daag und Nächt,

so ward dat Wäder de Monate im Johr.

 

Wie in den heiligen 12 Tagen das Wetter, das ist klar,

so werden die 12 Monate im neuem Jahr.

 

(Die heiligen 12 Nächte und Tage bezeichnt man,

die 12 Tage von Heiligabend bis zum 6. Januar)

 

 

Lichtmeß hell und kloor,

dat stimmt ganz genau,

ward een goodet Aarnjohr,

ist düster, ward de Aarn man flau.

 

Lichtmeß (2. Februar) hell und klar,

bringt ein gutes Erntejahr.

De März hett 9 Daag Sünn,

wat wullt du denn noch mehr,

denn hört de Hawer rin,

denn mutt he in de Eerd.

 

Neun Sonnentage sind im März schön,

dann muß man den Hafer säen.

 

De ganze Monat April,

de hett sien eegen Wäder,

mal stürmt, mal is dat still,

mal räng't mal ward dat beeder.

 

Der Monat April

macht was er will

 

Is de Mai köhl und natt,

und ook mal Sünnenschien,

bringt dat vör de Buurn watt,

war de Aarn woll beeder sien.

 

Ist der Mai recht kühl und nass,

bringt die Ernte was.

 

Wenn in Juni rängt und gütt,

de Roggen leggt sick vörn blöhn daal,

biewt de Köörn man lütt,

denn is de Aarn man smal.

 

Legt der Roggen sich vorm blühen hin,

hatt die Ernte keinen Sinn.

 

In Juli dat oft blitzt und kracht,

so is dat öwerall,

Gewitter kamt meist in de Nacht,

am Dag dor schient de Sünn denn prall.

 

Im Juli ist heiß es blitzt und kracht,

Gewitter kommen meist in der Nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

Rängt in' August keen 2 Dag achternanner,

dat harst di woll nich dacht,

seggt de Goos to'n Ganner,

doortwischen is ümmer noch een Nacht

 

Regnet nie 2 Tage ununterbrochen wer hätt es gedacht,

dazwischen ist immer noch eine Nacht

 

Dat eene is gewiß,

een oolen Spruch dat giwt,

wie dat Wäder am Quatember is,

so dat  noch 3 Wochen bliwt,

 

Wie da Wetter am Quatember ist,

bleibt es 3 Wochen, das ist gewiß.

 

Küselt de Harwstwind dörch de Bläder,

de Wind öwer de Haawerkoppel weiht,

denn ännert si bald dat Wäder,

de Winder vör de Döör steiht.

 

 

Wenn der Wind übern Haferstoppenl weht,

der Sommer nach Hause geht.

 

Treckt in November de Nebel öwer  de Au,

kummt upp een Wind ganz sacht,

ward de Himmel hell und blau,

de Sünn von Himmel lacht.

 

Zieht im November Nebel über die Au,

scheint die Sonne Nachmittags hell und blau.

 

Früst in Dezember de Ilmenau to,

dor kannst di up verlaten,

dat wär schon ümmer so,

ward se in nee‘en Johr dat tweemal maken

 

Friert im Dezember zu die Ilmenau im Tal

friert sie zu im neuen Jahr zu noch zwei mal

 

 

 

 

 

 

 

Dat is löter as du denkst

 

Jede Dag in dien Leeben

giwt bloß eenmal up de Welt,

Tied, so is dat eben,

kannst nich köpen dik mit Geld          

Tied, de löppt, bliwt nich stahn,

jede Stund, seit du bist geborn,

de du nich heßt nutzt, is vergahn,

is vör ümmer denn verlorn.

 

Wat jüst hüt is, is bald morgen,

rascher as man denken kann,

Tied kann’st dik nich borgen,

dat gillt vör dik, vör jedermann.

 

Ob man arm is, oder riek,

kummt de letzte Stund‘

denn sind all de Minschen gliek,

ob du old bist oder jung.                  .

 

Leew bewußt und wäs tofreeden,

pack dan Ogenblick an glieks hüt,

veeles kann‘st dik kööpen eben,

nich aber Glück und nich de Tied.

 

Nutz ut de Tied in Leeben,

de dik hier is noch schenkt,

ümmer fix na vörn hen streeben.

dat is löter as man denkt!                     .

 
Es ist später als wie man denkt

 

Jeden Tag in deinem Leben,

gibt es nur einmal in der Welt.

Zeit so is das nun mal eben,

kann’st nich kaufen für dein Geld.

 

 

 

 

Die Zeit läuft, bleibt niemals stehn,

jede Stunde, seit du bist geboren,

die du nicht nutzt, wird vergehn,

Ist für immer gleich verloren.

 

Was heute ist, ist bald morgen,

schneller als man denken kann,

Zeit kann man sich nicht borgen,

nich für sich und nicht für jedermann.

 

Ob man arm ist oder reich,

kommt die letzte Stund‘,

dann sind alle Menschen gleich,

ob du alt bist oder jung.

 

Leb‘ bewusst, laß die Zeit nicht laufen,

pack den Augenblick an gleich heut‘,

alles kann’st fast dir Kaufen,

nicht  aber Glück und nicht die Zeit.

 

Nutz die Zeit, in deinem Leben,

die dir noch ist geschenkt,

Immer mutig nach vorn hin streben,

es ist später als wie man denkt.

Positiv denken,

sich selbst eine Zukunft geben,

anderen Freude schenken,

ist Baslam fürs Leben.